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Unfälle ziehen unweigerlich Gaffer an. Wirtschaftliche Katastrophen hingegen haben eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf jene Poeten der Apokalypse, die das Üble als harmlosen Vorboten des Allerübelsten besingen.
So konnte man im Juli 2008 die Spekulation hören, dass im Zuge der US-Hypothekenkrise eine zweistellige Zahl von US-amerikanischen Hausbesitzern, teils wurde von 25% gesprochen, ihren Besitz verlieren könnten.
Blicken wir zurück. Im Jahr 2004 lagen die US-Leitzinsen auf dem historischen Tiefstand von 1%. Zugleich stellte sich die wirtschaftliche Lage, gesehen mit den Augen vieler US-Bürger, rosig dar. Es gab ein stabiles Wirtschaftswachstum, einen hungrigen Arbeitsmarkt, die Löhne stiegen, die Immobilienpreise kletterten.
Warum also, angesichts niedriger Zinsen und auch in Zukunft steigender Immobilienpreise, nicht reich werden? Spekulation war die eine Wurzel des Übels.
Die andere ist bei den Banken zu suchen. Heute ist von “kreativen Finanzprodukten” die Rede - sehr kreativ in der Tat, wenn Banken offensichtlich Jahre brauchen, um unter all der Kreativität die eigenen Verluste auszugraben.
Für den einzelnen Hausbesitzer stellte sich die Situation weitaus komfortabler dar. Ihm wurden die Kredite förmlich aufgedrängt.
In heutiger Interpretation klingt alles anders - die Kreditverkäufer handelten wie Dealer, die ihre Kunden süchtig machten.
Alan Greenspans letzte Amtsjahre als Notenbankchef waren von steigenden Zinsen bestimmt - der Leitzins kletterte bis auf 5,25%. Anfang 2007 wurde klar, dass es die Immobilienblase, die seit Jahren wie das Ungeheuer von Loch Ness gesichtet und geleugnet wurde, tatsächlich existierte und “an Land gegangen war”.
Als Mitte 2008 die beiden US-Hypothekenriesen Fannie Mae (der hübsche Name entstand aus Federal National Mortgage Association, FNMA für nationale Bundeshypothekenvereinigung) und Freddie Mac (eigentlich Federal Home Loan Mortgage Corporation, FHLMC) ins Gerede kamen, die beide über 40% der Immobilienkredite in den USA kontrollieren, steuerte die Krise auf einen neuen Höhepunkt zu.
Schon heute zeigt sich, was im schlimmsten Fall passieren könnte: die Städte würden veröden. In dürren Worten - die Städte sind von den Einnahmen der Immobiliensteuer abhängig. Hoher Wert des Eigenheimes bedeutet große Steuereinnahmen. Ein Bankrott der Hausbesitzer führt letztlich auch zu Knappheit in der Stadtkasse.
Schon sind die Folgen der Krise spürbar. Ganze Straßenzüge veröden, leerstehende Häuser ziehen Plünderer an, Verslumung droht, die Kriminalitätsrate in einigen Städten ist schon signifikant gestiegen.


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