Der Meinung wurde am Freitag, den 24. Juli 2009 um 18:01 Uhr veröffentlicht und wurde unter Wirtschaft abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Der monatelange Machtkampf zwischen den Autobauern VW und Porsche ist beendet. Wendelin Wiedeking, der bisherige Porsche-Chef, muss seinen Hut nehmen, bekommt seinen Abgang mit einer Abfindung in Höhe von 50 Millionen Euro jedoch fürstlich versüßt. Im Gegenzug stehen der Übernahme von Porsche durch VW nun nur noch wenige Hürden im Weg. Die ersten Weichen in diese Richtung sollen in den kommenden drei Wochen gestellt werden, also noch bevor der VW-Aufsichtsrat am 13. August in Wolfsburg zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt.
VW plant, Porsche bis zum Jahr 2011 schrittweise zu übernehmen, wofür nach Einschätzung von Branchenkennern ein Finanzbedarf von rund acht Milliarden Euro benötigt wird. Angesichts einer Barreserve von elf Milliarden Euro, über die VW aktuell verfügt, ist die Übernahme zwar machbar, aber dennoch nicht ohne Risiko für die Wolfsburger. Zu den größten Gefahren werden ein möglicher Imageverlust der Marke Porsche sowie ein eventuelles Veto seitens der EU gegen das umstrittene VW-Gesetz gezählt. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Porsche ähnlich wie z.B. die VW-Tochter Audi auch nach der Übernahme als eigenständige Marke geführt werden soll.
Volkswagen dürfte mit der Übernahme von Porsche auch das Ziel verfolgen, zumindest mittelfristig an der weltweiten Marktführerschaft von Toyota zu rütteln sowie auf dem nationalen Automarkt im Luxus-Segment noch stärker mit BMW und Daimler zu konkurrieren. Die Absatzzahlen im ersten Halbjahr 2009 verheißen für VW eine rosige Zukunft. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnten die Wolfsburger ihren Marktanteil von 9,9 auf 12 % erhöhen, die Zahl der verkauften Autos sank bei VW nur um 5 % zurück, während der Branchenschnitt bei knapp 18 % liegt.



