Der russische Großaktionär von TUI, Alexej Mordaschow, hat sein Aktiendepot mit weiteren Wertpapieren des in Hannover ansässigen Touristik- und Schifffahrtriesen TUI gefüllt. Offiziell tritt dabei Mordaschows Tochterfirma S-Group als Aktionär auf. Laut übereinstimmenden Pressemeldungen sowohl von TUI als auch der S-Group liegt Mordssachows TUI-Anteil nun bei exakt 15,03 %. Damit erhöht sich der Anteil des russischen Milliardärs, der auch noch an anderen touristischen Einrichtungen wie z.B. der Fiesta-Hotelkette mit Sitz auf Ibiza beteiligt ist, um weitere 5 %. Viel wichtiger ist jedoch, dass Mordaschow mit seiner neuerlichen Investition in den TUI-Konzern anteilsmäßig an John Frederiksen, einem Reedereiinhaber aus Norwegen, vorbeizieht. Frederiksen hält 15,01 % an TUI. Frederiksen gilt als Gegner der aktuellen Führungspolitik der Unternehmensführung, während Mordaschow deren Arbeit uneingeschränkt unterstützt. Konkret geht es dabei um den anvisierten Verkauf der TUI-Schiffscontainersparte Hapag-Lloyd. Mordaschow geht davon aus, dass der Verkauf von Hapag-Lloyd dem TUI-Konzern mehr finanziellen Spielraum für zukünftige Investitionen in der Tourismus-Branche gibt. Hierbei denkt der Russe vor allem an Projekte in so genannten Schwellenländern des Tourismusmarkts, wozu z.B. auch seine Heimat Russland zu zählen ist. In Osteuropa ist Mordaschow gerade dabei zusammen mit TUI ein Reisegeschäft aufzubauen. John Frederiksen hingegen bevorzugt ein Halten von Hapag-Lloyd sowie die Aufspaltung in eine Tourismus- und eine Schifffahrtssparte innerhalb des TUI-Konzerns. Im Gegensatz zur TUI-Führung und Mordaschow sieht der Reeder die Unternehmenszukunft nicht in der Tourismusbranche, sondern in der Schifffahrt. Sehr gerne würde sich Frederiksen dann noch mehr an der Reederei des Unternehmens beteiligen. Alexej Mordaschow hat seine neuesten Aktien offenbar größtenteils auf dem freien Aktienmarkt gekauft. Der Kurs der TUI-Aktie zeigte sich von dem Abschluss zunächst weitgehend unbeeindruckt. Die S-Group ließ umgehend mitteilen, dass Mordaschows Aktienkauf völlig unabhängig von Frederiksens Aktienanteilen zu sehen sei und dementierte damit anderslautende Gerüchte, die auf dem Börsenparkett bereits die Runde machten. Jedenfalls wurde damit allen Befürwortern der aktuellen Unternehmenspolitik deutlich der Rücken gestärkt.  


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