Ferdinand Dudenhöffer, einer der führenden Kenner des Automobilmarkts in Deutschland, nahm in einem Interview mit dem Bayrischen Rundfunk Stellung zur aktuellen Situation beim deutschen Autobauer Opel, der durch die Krise der US-amerikanischen Muttergesellschaft General Motors arg ins Straucheln gekommen ist. Nach Ansicht Dudenhöffers, seien bei einer eventuellen Opel-Insolvenz nicht nur das Rüsselsheimer Unternehmen selbst, sondern auch noch zahlreiche Automobilzulieferer von der Pleite bedroht. Die Folgen dieser Sogwirkung für den deutschen Arbeitsmarkt seien derzeit noch nicht abzusehen, mit dem Verlust von mindestens 100.000 Arbeitsplätzen bei Opel und der Zuliefererindustrie müsse aber in jedem Fall gerechnet werden, so Dudenhöffer. Auch wenn der Wirtschaftsexperte die Meinung vertritt, dass sich der deutsche Staat diesem Problem annehmen und Opel mit finanziellen Hilfen unter die Arme greifen müsse, so stellt er im selben Atemzug klar, dass auch der Senat in den USA gefordert sei. Eine deutsche Finanzspritze für Opel würde ihre Wirkung demnach verfehlen, wenn nicht gleichzeitig auch General Motors staatliche Hilfe bekäme, wofür wiederum die USA zuständig sei. Norbert Walter, Chefvolkswirt bei der Deutschen Bank, warnte dagegen vor überhasteten Schnellschüssen, die am Ende weder den Arbeitern bei Opel noch dem Endkunden etwas brächten. Dies sei beispielsweise dann der Fall, wenn der deutsche Staat einen Alleingang unternähme und die Unterstützung der USA ausbliebe. Ein solches Vorgehen hätte unweigerlich die Konsequenz, dass deutsches Steuergeld im Endeffekt lediglich in eine Konkursmasse einbezahlt würde, so die Einschätzung Walters zur Krise bei Opel.

3 Kommentare zu “Opel-Insolvenz könnte 100.000 Jobs gefährden”


  1. Finanz aktuell » Blog Archive » Steinbrück will sich um die Autoindustrie kümmern schreibt:

    [...] für mehrere Wochen oder Monate. Nachdem einige Banken staatliche Hilfen beantragt haben, zieht nun auch Opel nach und hält die Hände offen. Die Rede ist von einem Finanzloch in Höhe von 1 Milliarde Euro. Nach Angaben der Zeitschrift [...]


  2. Innenminister Schäuble befürwortet Insolvenz bei Opel » Beitrag » Investments und Geldanlagen - Blog schreibt:

    [...] Würde es im schlimmsten – oder treffender ausgedrückt im besten – Falle zu einer Insolvenz kommen, wären davon nicht nur die 25.000 genannten Mitarbeiter von Opel betroffen. Auch die Autozulieferer müssten harte Einbußen hinnehmen. In Europa würden so insgesamt 300.000 Arbeitsplätze in eine Pleite von Opel hinein gezogen werden, in Deutschland wären dies allein 100.000 wegfallende Arbeitsplätze. [...]


  3. Ingo schreibt:

    Das was da im Moment abgeht ist doch kaum zu glauben! 300 Mios mehr, einfach so… Wenn in diesem Jahr keine Wahlen wären, würde der Opel so oder so gegen die Wand gefahren.



Einen Kommentar schreiben








Neue Meinungen

Loveparade Duisburg und die Suche nach den Schuldigen - 27.07.2010

Bundesrat weitet Verbot von Leerverkäufen aus - 09.07.2010

Amazon hat ab sofort auch Lebensmittel im Sortiment - 07.07.2010

Christian Wulff – ein Bundespräsident dritter Wahl? - 02.07.2010

AG München stärkt mit Urteil Rechte von Vermietern - 28.06.2010

Schiedsrichter pfeifen sich bei Fußball-WM in den Mittelpunkt - 22.06.2010

Autozug der Deutschen Bahn – entspannt in den Urlaub - 17.06.2010

Gala setzt Expansion im Nahen Osten fort - 09.06.2010

WHO will Tuberkulose bis 2050 ausrotten - 20.05.2010

Porsche 911 GT2 RS – Männerträume werden wahr - 14.05.2010

Linda de Mol sorgt mit neuem Lifestyle-Magazin für Wirbel - 14.05.2010

E-Books künftig auch bei Google - 06.05.2010

Vodafone stellt neue Handys vor - 30.04.2010

Floppy Disc stirbt aus – das Ende einer Ära - 26.04.2010

Thomas Cook & TUI Travel – Reiseveranstalter setzen auf Anleihen - 21.04.2010

Bischof Mixa gerät zunehmend unter Druck - 16.04.2010

Flavio Briatore darf in die Formel 1 zurückkehren - 13.04.2010

Daimler sucht über Renault den Erfolg bei Kleinwagen - 09.04.2010

Paolo Guerrero und die Flasche der Nation - 07.04.2010

Kurioser Irrtum macht Rhein um 90 Kilometer länger - 31.03.2010

Banken einigen sich auf Deckelung für Gebühren am Geldautomaten - 26.03.2010

Bäcker in Deutschland wehren sich gegen EU - 23.03.2010

FIFA berät über neue Regeln im Fußball - 19.03.2010

Tanz der Vampire – Stuttgart Musical bleibt bis Januar 2011 - 16.03.2010

Abtreibungen in Deutschland sinken auf den niedrigsten Stand - 11.03.2010