Die österreichische Staatsholding ÖIAG plant den Verkauf ihrer Anteile von 42,8 % an der Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA). Unter bestimmten Voraussetzungen ist die ÖIAG auch dazu bereit, ihre Mehrheitsbeteiligung an einen Investor aus dem Ausland abzutreten. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am gestrigen Sonntag hat unter anderem auch die Lufthansa ihr Interesse an dem Aktienpaket der AUA und der damit verbundenen Unternehmensbeteiligung angemeldet. Dies geht aus einem Bericht der Financial Times hervor, der inzwischen von einer Lufthansa-Sprecherin bestätigt wurde. Die Lufthansa hat mit Air France-KLM und Turkish Airlines zwar namhafte Konkurrenz, gilt aber dennoch als Favorit auf den Zuschlag durch die ÖIAG. Sollte die Lufthansa wider Erwarten nicht zum neuen Partner der AUA auserkoren werden, so soll seitens der Lufthansa ein großes Joint Venture mit den Österreichern geprüft werden.  Der Verkauf der AUA-Anteile soll noch in diesem Jahr vollständig über die Bühne gehen. Der nächste wichtige Termin in diesem Zusammenhang ist der 12. September 2008. Bis zu diesem Datum müssen die Lufthansa und weitere Interessenten der ÖIAG ihre Konzepte präsentieren. Dabei sind folgende Auflagen zu beachten, die von der Bundesregierung Österreichs an den Zuschlag geknüpft wurden: Mindestens 25 % der Aktien plus eine weitere Aktie müssen in österreichischem Besitz verbleiben, um sich die Sperrminorität zu erhalten. Ebenso muss der Name Austrian Airlines für die Fluggesellschaft sowie der Firmensitz in Österreich erhalten bleiben. Der Verkauf der AUA-Anteile wird unter anderem aufgrund eines geschätzten Jahresdefizits für 2008 von rund 70 Millionen Euro notwendig, wie aus Vorstandskreisen der Österreicher zu erfahren war.


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