Finanz- und Bankenkrise

20.07.2008 Autor: meinung.info 

Tags:

Kennen Sie Gordon Gekko? Wenn nicht, sollten Sie ihn kennenlernen.
Denn über diesen Superstar der Wallstreet-Jongleure kann man viel über die derzeitige Banken- und Finanzkrise lernen.
Eines vorweg - Gordon Gekko ist ein fiktiver Charakter, dargestellt von Michael Douglas in dem Film “Wallstreet”. In einer der brillantesten Szenen singt Gekko das Hohelied der Gier. Gier, dieser seelische Treibstoff, der die Menschheit voran bringt. Oder sie in den Abgrund stürzt.
Richtet man den Blick auf die derzeitige Banken- und Finanzkrise, trifft man auf einen realen Darsteller, dessen Nachname ebenfalls mit G beginnt. Alan Greenspan.
Greenspan trat 1987 an die Spitze der US-Notenbank. Als er Anfang 2006 von Ben Bernanke beerbt wurde, war er zum Superstar geworden, dessen Medienauftritte weltweite Aufmerksamkeit erregten.
1987 brach die US-Börse ein, der Dow Jones-Index verlor an einem Tag 23% und Greenspan setzte mit Zinssenkungen ein deutliches Zeichen.
Es folgten 20 Jahre, die für die Wirtschaft nicht immer glücklich verliefen - man denke an das Platzen der Internet-Blase, deren Knall das neue Jahrtausend begrüßte -, die aber im Nachhinein als goldenes Zeitalter gelten könnten.
Es waren die Jahre des niedrigen Zinses. Die Jahre, in denen sich Indien und China als Mitspieler der globalen Wirtschaft erhoben und die Jahre, in denen der Begriff “Globalisierung” populär wurde und von Kritikern sogleich mit dem Schmähwort “Raubtierkapitalismus” konterkariert wurde.
Und noch ein Begriff taucht auf, wenn man sich die wirtschaftliche Entwicklung der letzten zwei Dekaden anschaut - “Perpetuum mobile”.
Endlich war es da. Und es funktionierte!
Vereinfacht dargestellt: Ungefähr um die Zeit, als Alan Greenspan seine Niedrigzinspolitik einleitete, lernten die Banken ein süßes Gift kennen. Neue Finanzprodukte, niedrige Zinsen, renditesüchtige Investoren führten zu einem System, in dem faule Kredite nicht mehr zu existieren schienen. Denn Kredite wurden hübsch verpackt an Investoren weiterverkauft.
Ende des letzten Jahrtausends kam es zur Russland- und Asienkrise. In deren Folge werteten wichtige Länder ihre Währungen ab. China hielt seine Arbeitskosten über den Wechselkurs auf niedrigstem Niveau und wurde somit zur verlängerten Werkbank Europas und der USA.
Die Chinesen investierten ihre erwirtschafteten Dollars vorwiegend in US-Staatsanleihen und finanzierten auf diese Weise das US-Handelsdefizit bei gleichzeitig starkem Dollar.
Aber seit 2007 weiß man - das Perpetuum mobile funktioniert doch nicht!


Einen Kommentar schreiben