Der Meinung wurde am Samstag, den 27. September 2008 um 09:52 Uhr veröffentlicht und wurde unter Wirtschaft abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Ungeachtet der aktuellen Krise, die den weltweiten Finanzmarkt verunsichert und bedroht, will die Deutsche Bahn (DB) an ihren Plänen zum Börsengang festhalten. Wie Bahnchef Hartmut Mehdorn einem Bericht der Welt zufolge gestern bestätigte, ist der Börsengang für den 27. Oktober 2008 vorgesehen. Das Aktienpaket der Bahn wird aber nur Anteile der DB-Tochter DB Mobility Logistics (DB ML) umfassen, dabei soll es sich um 24,9 % des Unternehmens handeln. DB ML ist für das operative Geschäft innerhalb des DB-Konzerns, also den Transport von Personen und Gütern, zuständig. Das Schienennetz sowie die Bahnhöfe gehören nicht dazu und werden auch weiterhin vollständig im Besitz des Bundes verbleiben. Von den Berechnungen, wonach der Börsengang rund 8 Milliarden Euro in die Kassen der Bahn spülen könne, müssen sich die Verantwortlichen hingegen verabschieden. Nicht zuletzt aufgrund der Weltfinanzkrise seien derzeit maximal 5 Milliarden Euro zu erwirtschaften, so glauben zumindest Finanzexperten. Der Bahnvorstand geht derzeit davon aus, dass zum Börsenstart rund 250 Millionen Aktien auf den Markt kommen, was einem Stückpreis von etwa 20 Euro entspräche. Kritiker aus den Reihen der Oppositionsparteien befürchten, dass sich die Bahn bei einem Börsengang zum jetzigen Zeitpunkt deutlich unter Wert verkauft, was nicht im Interesse Deutschlands sein könne, wie beispielsweise Fritz Kuhn, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, meint. DB-Chef Mehdorn berichtet dagegen von zahlreichen positiven Rückmeldungen, die er bisher erhalten habe. Wladimir Jakunin, Mehdorns Amtskollege aus Russland, kündigte inzwischen an, sich um bis zu 5 % der DB ML bemühen zu wollen.



