Der Meinung wurde am Dienstag, den 29. Juli 2008 um 14:54 Uhr veröffentlicht und wurde unter Wirtschaft abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Die Anschaffung eines Automobils gehört zu den größten Ausgaben, die ein Privathaushalt zu bewältigen hat. Jeder Eigentümer wird zugeben, dass die vier Räder die meiste Zeit still stehen. Das Auto wartet. Auf dem Parkplatz, den man endlich doch gefunden hat.
Und während es wartet, verliert es an Wert, und für jeden gefahrenen Kilometer fallen nicht nur Benzinkosten an, sondern auch Steuer, Versicherung, Werkstatt und notwendige Rücklagen für eine Neuanschaffung.
An dieser Stelle setzt das Konzept von Carsharing (manchmal auch CarSharing oder Car Sharing geschrieben) an. Der Kunde erwirbt kein Auto, sondern die Nutzungsmöglichkeit eines Autos, das ihm von dem Carsharing-Anbieter gestellt wird. Die Anbieter können rechtlich verschieden organisiert sein – AG, GmbH, Vereine oder GbR.
Die Anbieter von Carsharing sehen sich weder als Konkurrenz zu den herkömmlichen Mietwagengesellschaften, es gibt im Gegenteil Kooperationen, noch zu den Angeboten des öffentlichen Personen-Nahverkehrs.
An wen wendet sich Carsharing?
Die Zielgruppe nutzt das Automobil selten oder unregelmäßig, eventuell passen beide Kriterien. Da die Anbieter in den meisten Fällen eine ganze Palette von Fahrzeugen zur Verfügung stellen, kann der Kunde das Auto an den Anlass der Fahrt anpassen – Einkauf in einem schwedischen Möbelhaus ist eben etwas anderes als Besuch im Nachbarort. Wer weniger als 10.000 Kilometer im Jahr fährt oder über die Anschaffung eines Zweitwagens nachdenkt, könnte zu den möglichen Profiteuren des Carsharing gehören.
Vor diesem Hintergrund wenden sich die Carsharing-Angebote vor allem an Privatleute, Freiberufler und kleine Unternehmen. Gerade im letzten Fall bedeutet die Anschaffung von Firmenwagen eine starke Kapitalbindung. Die Carsharing-Anbieter haben Angebote, die auf diese Marktlücke zielen.
Wie funktioniert Carsharing? Der Kunde schließt zuerst einen Vertrag mit einem Anbieter beziehungsweise wird Mitglied in einem Carsharing-Verein. An Kosten können dabei anfallen: Aufnahmegebühr, Hinterlegung einer Kaution, regelmäßige Mitgliedsbeiträge. Je nach Anbieter können auch ein oder zwei dieser Kostenpunkte entfallen.
Der Kunde kann nun telefonisch oder per Internet für einen bestimmten Zeitpunkt und einen festgelegten Zeitraum einen bestimmten Wagentyp buchen, der an einer der in der Stadt verteilten Carsharing-Stationen auf ihn wartet.
Die Wagenschlüssel sind im Wagen oder in einem Schlüsseltresor, Kundenkarte oder Kundenschlüssel gewähren den Zugriff.
Diese Stationen befinden sich meist in der Nähe von Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs. Hier muss der Wagen auch wieder abgestellt werden.
Es fallen nutzungsabhängige Kosten an, die nach Nutzungsdauer und gefahrenen Kilometern berechnet werden.
Um solche Dinge wie Werkstattbesuche, Inspektionen et cetera muss sich der Kunde nicht kümmern.
Die Wagen sind vollkaskoversichert. Bei einem schuldhaft verursachten Unfall würde für den Fahrer die Selbstbeteiligung anfallen.




November 20th, 2008 at 16:50
Der Weg vom eigenen Auto bis zum Carsharing ist manchmals sehr weit. Die Leute hängen an ihren Kisten, obwohl sie sich teilweise gar nicht leisten könnten…