Der Meinung wurde am Samstag, den 11. Juli 2009 um 16:47 Uhr veröffentlicht und wurde unter Versicherungen abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Es ist zwar nichts ganz Neues, bekommt in den Zeiten der Wirtschaftskrise aber eine umso wichtigere Bedeutung. Um die Zahlungsmoral von Firmen, Unternehmen und Konzernen ist es in Deutschland nicht überall zum Besten bestellt. Die Leidtragenden dieser unseriösen Praxis sind nicht zuletzt die mittelständischen Betriebe, die für ihre zahlungsunwilligen oder insolventen Kunden als Lieferant tätig sind. Bleiben Zahlungsforderungen in größerer Anzahl bzw. größerem Umfang über einen gewissen Zeitraum offen, so laufen diese Betriebe Gefahr, ebenfalls in die Insolvenz gehen zu müssen.
Da man sich in der heutigen Zeit gegen nahezu jeden erdenklich Fall versichern kann, gibt es natürlich auch eine Versicherung gegen drohende Zahlungsausfälle. Der Haken an diesen Versicherungen ist, dass es mit Atradius, Cosace und Euler Hermes in Deutschland nur drei Versicherungen gibt, die eine solche Leistung anbieten. Ähnlich wie den Banken oder anderen Einrichtungen des Finanzsektors ist das Geschäft auch bei den Versicherungen seit Monaten rückläufig, insbesondere bei jenen, die sich auf die Erstattung von offenen Rechnungen spezialisiert haben.
Um diesem sehr defensiven Verhalten der Versicherungen entgegenzuwirken, hat sich die Bundesregierung nun dazu durchgerungen, dass der Staat im Ernstfall für offene Rechnungen einspringt. Einzige Bedingung für die Staatshilfe ist, dass der Gläubiger zumindest für einen Teil seines Ausfalls eine Versicherung abgeschlossen hat. Während die Versicherungen das Rettungspaket zähneknirschend akzeptierten, geht es dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) nicht weit genug. Der BDI fordert vom Staat auch dann Hilfe, wenn ein vollständiger Forderungsausfall droht, die Versicherungen wiederum sehen im Staat einen ungeliebten Konkurrenten. Die Staatshilfe soll aus dem sogenannten Deutschlandfonds und damit ohne zusätzliche Steuergelder finanziert werden.



