Der Meinung wurde am Samstag, den 26. September 2009 um 18:45 Uhr veröffentlicht und wurde unter Verschiedenes abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Nachtzüge heute
Während der Nacht fahren nur wenige Züge. In den Nächten von Freitag auf Samstag sowie auf Sonn- und Feiertage fahren im Bereich der meisten Verkehrsverbünde Züge des Regionalverkehrs, die gut angenommen werden. Im Fernverkehr werden Züge mit Schlaf- und Liegewagen der Zuggattungen EN (Euro Night) und CNL (City Night Line) eingesetzt, daneben verkehren einige wenige IC- und ICE-Züge, in diesen gibt es in der Regel noch nicht einmal Waschräume. Natürlich kann sich der Reisende notfalls auf der Toilette waschen, bequem ist das aber nicht.
Für die Nutzung der besonderen Nachtzüge sind spezielle Fahrkarten erforderlich, während alle anderen Züge zu den normalen Tarifen verkehren. Im Nahverkehr bieten die Regionalzüge gegenüber Nachtbussen den Vorteil, dass sie immer zuschlagfrei benutzbar sind.
In den EN- und CNL-Zügen gibt es keine Sitzplätze, die preiswerteste Art des Verreisens ist das Buchen eines Liegesitzes. IC- und ICE-Züge bieten nur Sitzplätze, wobei sich die Sitze in modernen Zügen nicht mehr klappen lassen, so dass der Fahrgast in ihnen nicht liegen kann.
Wenn das Klappen in Ausnahmefällen möglich ist, sind die Sitze so gestaltet, dass eine Lücke bleibt, in welcher das Becken durchhängt.
Warum Nachtzüge früher besser waren
Vor etwa zwanzig Jahren verkehrten zwar ebenfalls nur wenige Nachtzüge, aber ihre Wagen waren besser zum Schlafen geeignet. Die Zuggattung war grundsätzlich die des Schnellzuges (D-Zug), mit wenigen Ausnahmen verfügten die Züge sowohl über Sitzwagen als auch über Schlaf- und Liegewagen. Da die Sitzwagen meistens nur schwach ausgelastet waren, konnte der Reisende fast immer zwei einander gegenüber liegende Sitze zusammenklappen, so dass er eine zum Schlafen geeignete Fläche zur Verfügung hatte. Wer es besonders bequem haben wollte, nahm seinen Schlafsack mit. Paare wurden in den meisten Fällen in Ruhe gelassen und hatten ein Abteil für sich alleine. Jeder Wagen besaß neben einer Toilette auch einen Waschraum, so dass die Körperreinigung nach dem Aufstehen möglich war.
Natürlich gab es im Sitzwagen keinen Weckdienst und der Personalwechsel mit einer anschließenden Vollkontrolle aller Reisenden erfolgte bevorzugt während der Tiefschlafphase. Trotzdem war das Schlafen im Liegen möglich, dieses war wesentlich bequemer als in den heutigen Liegesesseln. Wer sich durch die Fahrgeräusche nicht gestört fühlte, kam gut ausgeruht am Ziel an. Diebstähle waren eher selten, wer seine Wertsachen am Körper trug, war relativ sicher.
Wünsche
Es wäre schön, wenn die Bahn in heutigen Sitzwagen der Nachtzüge weiterhin das traditionelle Wagenmaterial einsetzen würde, da das Zusammenklappen das Schlafen in der Liegehaltung ermöglicht. Dieses ist wesentlich erfrischender als das Schlafen im Sitzen.




September 30th, 2009 at 10:26
Dem Autor dieses Textes empfehle ich dringend, mal eine Reise im CNL-Liege- oder Schlafwagen zu unternehmen. Ein Liegewagen kostet gegenüber des entsprechenden Ruhesessels nur 10 Euro mehr – dafür hat man eine Liege mit Kissen, Bettlaken und Decke. Auf meiner CNL Reise nach Rom konnte ich dabei sehr gut schlafen. Früher war alles besser – das gilt beim Wagenmaterial der Nachtzüge absolut nicht!