Jerusalem ist unteilbar

30.08.2009 Autor: Helmut Agnesson

Bei Gesprächen über einen möglichen Frieden im Nahen Osten wird immer wieder über die Teilung Jerusalems nachgedacht. Tatsächlich ist die Stadt aber unteilbar.

Jerusalem
Jerusalem, in hebräischer Aussprache Jeruschalajim, ist die Hauptstadt und zugleich das religiöse Zentrum Israels. Die Stadt ist seit dem Jahr 1967 vereinigt. Vorher war Ost-Jerusalem von Jordanien besetzt.
Die Behauptung, dass Israel das östliche Jerusalem widerrechtlich annektiert habe, übersieht, dass dieser Teil der Stadt im ursprünglichen Teilungsplan nicht Jordanien zugesprochen war. Vielmehr sollte Ost-Jerusalem ursprünglich Tei eines palästinensischen Staates werden.

Jerusalem in drei Religionen
Für das Judentum ist Jerusalem das Zentrum der Religion. Hier stand der Tempel, die Stadt wird in der Bibel sehr häufig erwähnt. In alten Zeiten sollte jeder Jude zu den drei Pilgerfesten nach Jerusalem wandern; heute gilt ein Besuch dieser Stadt als erstrebenswert. Die Westmauer des ehemaligen Tempels, häufig als Klagemauer bezeichnet, ist ein beliebter Ort für das persönliche Gebet: offizielle Gottesdienste finden dort ebenfalls regelmäßig statt. Nicht wenige Familien wählen die Westmauer auch als Ort für eine Bar Mizwah Feier aus. Für Christen ist Jerusalem der Ort, an welchem Jesus gestorben ist. Im Islam spielt der Felsendom für die Volksfrömmigkeit eine große Rolle, ob Jerusalem im Koran erwähnt wird, ist hingegen nicht eindeutig. Die Bezeichnung “die heilige Stadt” wird als Metapher für Jerusalem angesehen, diese Auslegung ist aber nicht zwingend.
Der Staat Israel sichert den Gläubigen aller Religionen den ungehinderten Zugang zu ihren Heiligtümern, während unter jordanischer Besatzung Juden nicht an der Klagemauer beten durften.

Jerusalem ist unteilbar
Für die meisten Juden ist die Teilung Jerusalems unvorstellbar. Ein eigener Staat für die Palästinenser ist möglich, wenn die Unteilbarkeit Jerusalems akzeptiert wird. Die Weltöffentlichkeit sollte diese Tatsache anerkennen; deutsche Journalisten müssen sich die Frage stellen, wie sie auf die Forderung nach der Teilung Berlins reagieren würden.
Dass der Zugang zu den Moscheen und Kirchen weiterhin für Muslime und arabische Christen möglich bleibt, ist selbstverständlich.


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