Der Meinung wurde am Freitag, den 02. Juli 2010 um 16:06 Uhr veröffentlicht und wurde unter Verschiedenes abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Vier Wochen nach dem überraschenden und für viele bis heute nicht wirklich nachvollziehbaren Rücktritt des bisherigen Amtsinhabers Horst Köhler wählte die Bundesversammlung in Berlin am vergangenen Mittwoch einen neuen Bundespräsident. Das neue Staatsoberhaupt in Deutschland heißt zwar Christian Wulff, der sich erwartungsgemäß gegen Joachim Gauck, Luc Jochimsen und Frank Rennicke durchsetzen konnte. Allerdings verpasste Christian Wulff in den beiden ersten Wahlgängen die absolute Mehrheit, welche der bisherige CDU-Ministerpräsident von Niedersachsen erst im dritten Wahlgang erreichte, als die einfache Mehrheit gereicht hätte.
Ist Christian Wulff damit nur ein Bundespräsident dritter Wahl? Aufgrund der Stimmenverteilung als Kandidat von CDU und FDP und klarer Favorit gestartet, musste Christian Wulff zwischenzeitlich sogar eine Niederlage befürchten. Joachim Gauck, Kandidat von SPD und Grünen, konnte in den ersten beiden Wahlgängen erstaunlich viele Wahlmänner und –frauen aus dem Schwarz-Gelben Lager auf seine Seite ziehen. Nachdem Luc Jochimsen zum dritten Wahlgang nicht mehr angetreten war, wäre ein Szenario denkbar gewesen, das Joachim Gauck zum neuen Bundespräsidenten gemacht hätte. Dafür hätte die Linke allerdings über ihren DDR-Schatten springen und dem Stasi-Aufklärer Gauck ihre Stimmen geben müssen. Die Abgeordneten zogen es jedoch fast geschlossen vor, sich der Stimme zu enthalten, außerdem konnten die Abweichler bei CDU und FDP doch noch “auf Kurs“ gebracht werden.
Luc Jochimsen, Kandidaten der Linken, erhielt im ersten Wahlgang drei Stimmen mehr, als ihre Partei Mandate hatte. Keine Rolle spielte hingegen Frank Rennicke von der NPD mit 3 von 1244 Stimmen. Würde der Bundespräsident direkt vom Volk gewählt, so hätte laut Meinungsumfragen wohl Joachim Gauck gewonnen.



