Der Meinung wurde am Freitag, den 16. April 2010 um 23:17 Uhr veröffentlicht und wurde unter Verschiedenes abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Bischof Walter Mixa aus Augsburg gerät in der Diskussion um mögliche Misshandlungen von Kindern und Jugendlichen während seiner Amtszeit als Stadtpfarrer und Lehrer immer stärker unter Druck. Nachdem der Bischof körperliche Gewalt gegen die ihm damals anvertrauten Schützlinge bisher stets bestritten hat, räumte Walter Mixa in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der dpa nun erstmals ein, “nicht ausschließen zu können“, Jugendliche und Kinder im fraglichen Zeitraum in den 1980er-Jahren geohrfeigt zu haben.
Der Kirchenmann legt dabei allerdings Wert auf die Feststellung, dass es sich dabei nicht um Prügel oder gar körperliche Misshandlungen gehandelt habe. Gleichzeitig verteidigte Bischof Mixa die möglichen Ohrfeigen damit, dass diese Art der Züchtigung zur damaligen Zeit “völlig normal“ gewesen sei und ehemalige Lehrer und Schüler dies bestätigen könnten. Ein damals 16-jähriges Opfer berichtet dagegen von Schlägen “mit voller Wucht“ ins Gesicht und hat dies auch gegenüber dem Sonderermittler Sebastian Knott ausgesagt. Darüber hinaus liegen Knott die belastenden Aussagen weiterer möglicher Opfer vor, die Bischof Walter Mixa schwer in Bedrängnis bringen.
Zu allem Überfluss werden nun erste Stimmen laut, die den Rücktritt oder zumindest die vorübergehende Amtsniederlegung als Bischof fordern. An vorderster Front sind solche Töne von Franz Maget (SPD), dem Vizepräsidenten des bayrischen Landtags und Vorsitzenden des Münchner Vereins Kirche, zu hören. Bischof Mixa solle von seinem Recht Gebrauch machen, sein Amt niederzulegen bis die Vorwürfe vollständig aufgeklärt sind, so Maget.



