Der Meinung wurde am Mittwoch, den 07. April 2010 um 12:21 Uhr veröffentlicht und wurde unter Sport und Fitness abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Paolo Guerrero, peruanischer Stürmer in Diensten des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, sorgt derzeit für mächtig Wirbel. Aber nicht etwa wegen seiner Treffsicherheit vor des Gegners Tor, sondern mit einem echten Volltreffer außerhalb des Platzes – genauer gesagt auf dem Weg in die Kabinen. Was Guerrero und seinen HSV-Kollegen beim schwachen 0:0 gegen zahlenmäßig dezimierte Gäste von Hannover 96 vergönnt blieb, holte der Nationalspieler nach dem Abpfiff nach.
Von einem sogenannten HSV-Fan beleidigt, sah sich Paolo Guerrero genötigt mit einer gefüllten Plastikflasche nach dem Provokant zu werfen – und traf diesen mitten ins Gesicht. Die Folge waren eine blutende Wunde und ein Aufschrei der Empörung durch ganz Fußball-Deutschland. Insbesondere die Boulevard-Presse lässt kein gutes Haar an dem HSV-Kicker und forderte bereits eine wochen- wenn nicht monatelange Sperre. Vereinsintern wurde Guerrero mit einer Geldstrafe belegt, die es den Angaben von Klubchef Bernd Hoffmann zufolge beim HSV in dieser Höhe noch nicht gegeben habe.
Während sich viele Fans der Meinung anschließen, dass der HSV seine Skandalnudel besser heute als morgen feuern müsste, sollte an dieser Stelle auch die Frage erlaubt sein, ob sich Fans – erst recht die selbsternannten – in deutschen Stadien alles erlauben dürfen. Auch Fußball-Profis, die sich ihr Handwerk mit Millionen vergolden lassen, sind nur Menschen, die Fehler machen. Natürlich muss sich Guerrero in der beschriebenen Situation besser im Griff haben – einen Freibrief für Beleidigungen und Provokationen darf es aber auch für Fußball-Fans nicht geben. Wo sind all die guten Vorsätze, die nach dem Enke-Selbstmord gefasst wurden???



