Der Meinung wurde am Dienstag, den 28. Oktober 2008 um 12:57 Uhr veröffentlicht und wurde unter Sport und Fitness abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Am vergangenen Wochenende erlebte Ramallah, die Hauptstadt Palästinas, ein historisches Sportereignis. Die Fußball-Nationalmannschaft empfing Jordanien zum ersten “echten“ Heimspiel der Verbandsgeschichte in Palästina. Bisher musste Palästina seine Heimspiele entweder in Kuwait oder im Libanon austragen, weil es in dem Land kein Stadion gab, das dem Anforderungskatalog der FIFA genüge tat. Die FIFA war es nun auch, die die notwendigen Gelder aus ihrem Projekt “Goal“ bereitstellte, um das 6.500 Zuschauer fassende Al-Husseini-Stadion in Ramallah auf internationales Niveau auszubauen. Der nationale Fußball-Verband Palästinas blickt zwar schon auf eine 80jährige Geschichte zurück, wurde jedoch erst vor zehn Jahren von der FIFA als Mitglied anerkannt, womit die FIFA der Politik trotzdem noch einen Schritt voraus war. Palästina nahm daraufhin in der Asiengruppe an den Qualifikationsspielen zu den WM-Endrunden 2002 und 2006 teil, scheiterte jedoch in beiden Fällen. Wie schon so oft, stellen der Sport und der Fußball gerade auch an diesem Beispiel ihre weit über das Geschehen auf dem grünen Rasen hinausreichende Wirkung. Die Uneinigkeiten zwischen den verfeindeten politischen Bewegungen Palästinas, Fatah und Hamas rückten zumindest am vergangenen Wochenende in den Hintergrund. Ismail Haniyya von den Hamas ließ dem Präsidenten des palästinensischen Fußball-Verbands Jibril Rajoub, der Fatah-Mitglied ist, telefonisch die besten Wünsche für das bevorstehende Spiel zukommen. Fast noch weitreichender ist die Personalie auf der Trainerbank Palästinas. Die Nationalelf Palästinas wird von Arab Azmi Nassar trainiert, einem israelischen Staatsbürger. So lag auch FIFA-Präsident Sepp Blatter, der in Ramallah Augenzeuge des 1:1 zwischen Palästina und Jordanien war, nicht falsch als er feststellte, dass es beim Fußball nicht nur darum gehe, den Ball in des Gegners Tor unterzubringen, sondern auch darum, die Welt zu berühren und eine bessere Zukunft zu schaffen. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.



