Der Meinung wurde am Dienstag, den 03. August 2010 um 11:03 Uhr veröffentlicht und wurde unter Sport und Fitness abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Der Große Preis von Ungarn auf dem Hungaroring schien nach dem souveränen Erfolg von Red Bull in der Qualifikation zu einem der langweiligsten Rennen der diesjährigen Formel 1 zu werden. Daran änderte sich auch nach dem Start nichts, als Sebastian Vettel seine Führung im Red Bull verteidigen konnte und sich Teamkollege Mark Webber zunächst mit dem dritten Platz hinter Fernando Alonso im Ferrari beschied. Doch dann kam alles anders. Sorgte zunächst noch die Safety Car Phase mit der verhängnisvollen Schlafeinlage von Sebastian Vettel für Aufregung, sprach nach dem Rennen auf dem Hungaroring vor den Toren von Budapest kaum noch jemand über das sportliche Ergebnis.
Vielmehr rückten Michael Schumacher, Rubens Barrichello und die Boxenmauer als Hauptdarsteller eines umstrittenen Manövers kurz vor dem Ende des Ungarn GP ins Blickfeld. Michael Schumacher musste heftigste Kritik dafür einstecken, dass er Rubens Barrichello im Kampf um Platz 10 (!) und damit den letzten WM-Punkt bedrohlich nahe an die Boxenmauer drängte – bei Tempo 290! Der Rekord-Champion erinnerte daran, dass man sich in der Formel 1 schließlich nicht “auf einer Kaffeefahrt“ befände, während Barrichello sogar die Disqualifikation seines einstigen Ferrari-Kollegen forderte.
Einerseits muss das Schumacher-Manöver wohl tatsächlich als “etwas zu hart“ formuliert werden, wie es der Mercedes-Pilot inzwischen auch selbst eingeräumt hat. Andererseits hat aber auch Barrichello bekannt, “in einer solchen Situation niemals nachzugeben“. Ebenso dürfte es aus der Sicht Schumachers nicht allzu verwunderlich sein, dass die innere Linie zugemacht wird und auch Barrichello wusste, dass die Strecke an dieser Stelle irgendwann von der Boxenmauer begrenzt werden würde. Aus der Sicht Barrichellos wollte dieser natürlich nicht außen vorbei – weil dies wohl wenig aussichtsreich gewesen wäre – und ist das Risiko bewusst eingegangen. Schließlich konnte Barrichello an Schumacher vorbeiziehen, so dass offensichtlich noch ausreichend Platz zur ominösen Boxenmauer war.



