Der Meinung wurde am Donnerstag, den 29. Oktober 2009 um 15:26 Uhr veröffentlicht und wurde unter Kinofilme & Movies abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Auf die TV-Landschaft in Deutschland könnten bald grundlegende Änderungen zukommen, nachdem Pro Sieben Sat 1 AG, der Marktführer unter den deutschen Privatsendern, laut über die Einführung eines Pay TV-Konzepts nachdenkt. Der an der Börse notierte Konzern wird von einem milliardenschweren Schuldenberg gedrückt, weshalb man sich in der Geschäftsführung wohl nicht ganz unfreiwillig auf die Suche nach neuen Einnahmequellen gemacht hat und im Pay TV fündig geworden zu sein glaubt. Außerdem plant Pro Sieben Sat 1 neben dem Pay TV noch weitere Unternehmensbereiche zu erschließen, z.B. eine eigene Produktionsfirma sowie die Vermarktung von Events und Künstlern.
Positive Erfahrungen habe die Pro Sieben Sat 1AG eigenen Angaben zufolge schon in Dänemark gesammelt, wo die Kunden gerne bereit seien, für einen Mehrwert an Fernsehunterhaltung ein monatliches Abo abzuschließen. Thomas Ebeling, der Vorstandsvorsitzende der Pro Sieben Sat 1 AG, denkt in Deutschland jedoch weit über das reine Pay TV hinaus und will daneben noch weitere Modelle wie Video-on-Demand marktfähig machen. Im Jahr 2008 lag der Gesamtumsatz der Pro Sieben Sat 1 AG bei rund 3,1 Milliarden Euro, wobei ein Verlust in Höhe von 129 Millionen Euro eingefahren wurde.
In Deutschland konnte sich das bezahlte Fernsehen im Vergleich zu anderen Ländern bisher kaum durchsetzen, so dass Sky, das ehemalige Premiere, seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten der einzige marktfähige Anbieter von Pay TV ist, wenn man von kurzen Gastspielen anderer Sender absieht. Auch beim Spartensender MTV gab es vor Jahren Pläne in Richtungen Pay TV, die aufgrund mangelnder Nachfrage aber schnell wieder in der Schublade verschwunden sind.


