Der Meinung wurde am Mittwoch, den 14. Dezember 2011 um 12:58 Uhr veröffentlicht und wurde unter Meinungen, Politik abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Ottawa – Genau einen Tag nach der Weltklimakonferenz hat der kanadische Umweltminister Peter Kent den vorzeitigen Ausstieg seines Landes aus den Kyoto-Vereinbarungen erklärt. Kanada ist damit das erste Land, das das Kyoto-Abkommen ratifiziert hat, doch vom Recht auf den formellen Ausstieg Gebrauch macht.
Kent ließ gleichzeitig verlautbaren, dass der Kampf gegen die Erderwärmung, in Form rechtlich bindender Vorgaben zur CO2-Reduzierung, nur dann sinnvoll sei, wenn alle Länder mit einbezogen würden. Er verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass sein Land für nur rund zwei Prozent des weltweiten CO2-Austosses verantwortlich sei, die hauptsächlichen Klimasünder wie China oder die USA vom Protokoll aber ausgeschlossen sind. Schwellen- und Entwicklungsländer sind vom Abkommen grundsätzlich ausgeschlossen.
Dass die Regierung Kanadas den Ausstieg bereits jetzt vollzieht, ermöglicht dem Staat die Umgehung einer 14 Milliardenstrafe, die er wegen Nichteinhaltung der Vorgaben erbringen müsste. Kanadas Treibhausemissionen lagen im letzten Jahr 35 Prozent höher als im Jahr 1990. Mit dem Kyoto-Protokoll ging Kanada jedoch die Verpflichtung ein, die eigenen Emissionen um sechs Prozent im Vergleich zu den Zahlen von 1990 zu reduzieren. Künftig möchte sich Kanada, eigenen Angaben zufolge, an einem eigenen Klimaplan ausrichten, demzufolge die Treibhausgase bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent im Vergleich zu 2006 gesenkt werden sollen.



