Der Meinung wurde am Mittwoch, den 08. Juli 2009 um 10:16 Uhr veröffentlicht und wurde unter Immobilien abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Die Wirtschaftskrise hat Deutschland zwar nach wie vor fest im Griff, wie anhaltende Stellenstreichungen, Umsatzrückgänge und Insolvenzen überdeutlich zeigen. Bei den Privatpersonen scheinen sich die negativen Folgen der Wirtschaftskrise indes noch nicht ganz so dramatisch bemerkbar zu machen, zumindest was den Immobiliensektor betrifft. Der in Ratingen ansässige Fachverlag Argetra veröffentlicht jeden Monat die Termine für Zwangsversteigerungen und zieht für das erste Halbjahr 2009 ein überraschend positives Fazit, allerdings nicht ohne gleichzeitig auch auf die Euphoriebremse zu treten.
Gegenüber dem Vergleichszeitraum aus dem Jahr 2008 sei die Anzahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland um 2,8 % zurückgegangen, so Argetra. Dabei hat es sich den Angaben zufolge zu jeweils gleichen Teilen um Eigentumswohnungen, Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Geschäftshäuser gehandelt. Der Gesamtwert der versteigerten Immobilien habe im ersten Halbjahr 2009 7,71 Milliarden Euro (amtlicher Verkehrswert) gelegen, wie Argetra mitteilt. Der Verlag warnt zugleich aber auch davor, dass die Wirtschaftskrise in Deutschland aber auch an den Immobilien auf mittelfristige Sicht nicht spurlos vorbeigehen werde.
Schon im Jahr 2010 muss daher wieder mit einem Anstieg der Zwangsversteigerungen in Deutschland gerechnet werden, ähnlich wie es in Spanien oder den USA schon jetzt der Fall ist. In einigen Städten wie z.B. Hamburg, Duisburg, Münster oder Rostock wurden bereits im ersten Halbjahr 2009 deutlich mehr Immobilien zwangsversteigert, wobei die Zunahme teilweise im hohen zweistelligen Prozentbereich lag (Hamburg + 45 %). Winfried Aufterbeck, Geschäftsführer bei Argetra, weist zudem darauf hin, dass die absoluten Zahlen gut geeignet seien, über die tatsächliche Situation in bestimmten Regionen Deutschlands hinwegzutäuschen. So seien in Sachsen trotz eines Rückgangs von 6 % in der Pro-Kopf-Rechnung fast viermal so viele Immobilien versteigert worden wie in Baden-Württemberg, so Aufterbeck.



