Vogelgrippe

17.07.2008 Autor: meinung.info 

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Das Thema Vogelgrippe hat eine Reihe von Aspekten, von denen der rein medizinische nicht einmal als der vorrangige erscheint.
Tatsächlich hatten die Medien schon mehrmals Gelegenheit, dieses Thema dem Apokalypse-hungrigen Publikum mundgerecht zu servieren. Wenn schon nicht der schwarze Tod des Mittelalters beschworen wurde, so wurde doch an die Spanische Grippe erinnert, die zwischen 1918 und 1920 weltweit grassierte und mindestens 25 Millionen Opfer forderte, nach anderen Schätzungen sogar fast 50 Millionen Menschen das Leben kostete. Angesichts solcher Dimensionen drängt sich der Vergleich zur Pestepidemie Mitte des 14. Jahrhunderts auf.
Tatsächlich wird derzeit von Experten die Gefahr einer Ansteckung durch den Erreger der Vogelgrippe als äußerst gering eingeschätzt. Wobei klargestellt werden muss, dass es um den Erreger geht, der unter der Bezeichnung “H5N1″ Furore machte.
Die Vogelgrippe ist eine Krankheit, die von Tieren auf den Menschen übertragen wird. Obwohl im Jahr 2006 das Virus bei einigen Katzen festgestellt werden konnte, waren in der Mehrzahl der bis heute registrierten Fälle Vögel, also infiziertes Geflügel, Quelle der Ansteckung. Handel mit Tieren und Tiertransporte werden von Experten als Verbreitungswege angesehen.
Im Vordergrund stand aber die Beobachtung der Zugvögel. Zynisch gesprochen konnte auf diese Weise eine tote Wildgans auf Rügen zum Medienstar mutieren.
Mutation ist das Stichwort für einen weiteren Aspekt des Problems. Während Naturwissenschaftler oder wohl eher die begeisterten Propheten der Naturwissenschaft , noch immer vom totalen Sieg über die Krankheit nachdenken, hat Mutter Natur einen anderen Plan. Sie schafft Viren, diese sind äußerst mutationsfreudig und schaffen im Verlauf ihrer genetischen Umbauarbeiten immer wieder ein Erfolgsmodell.
Im Klartext - ein Killervirus, einen unsichtbaren Mörder, der die Wissenschaftler in ihren Labors in die selbe Hektik versetzt, die Sozialarbeiter befällt, wenn einer ihrer sozial integrierten Schützlinge ganz nebenbei beim Handtaschenraub eine alte Dame zum Krüppel schlägt.
Die Vogelgrippe ist also eine Mahnung zur Bescheidenheit - dass die bisherigen Wunderwaffen gegen Bakterien und Viren immer öfter stumpf werden, ist eine allgemein bekannte Tatsache.
Der Gefahr einer Pandemie durch den weltweiten Handel und Reiseverkehr steht eine ebenso internationale Zusammenarbeit der Experten gegenüber, wobei der WHO, der Weltgesundheitsorganisation eine Aufsichts- und Scharnierfunktion zukommt. Dies ist zumindest eine erfreuliche Feststellung im Angesicht eines unerfreulichen Themas.
Reisenden in gefährdete Gebiete wird zur Grippeschutzimpfung geraten. Die nutzt zwar nichts gegen die Vogelgrippe. Aber - würden sich beide Virenstämme, die “normale” Grippe und die Vogelgrippe, im Körper eines Menschen “vereinen”, wäre das der Fall X.
Und dann hätten die Medien, trotz aller bisher schon vorbereiteten Maßnahmen, möglicherweise durchaus Apokalyptisches zu berichten.


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