Der Meinung wurde am Montag, den 24. November 2008 um 13:54 Uhr veröffentlicht und wurde unter Gesundheit abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Die aktive Sterbehilfe ist unter der Ärzteschaft in Deutschland offensichtlich schon lange kein Tabuthema mehr, auch wenn der rechtliche Rahmen, der diese zulassen würde, hierzulande bisher fehlt. Zu diesem Ergebnis kam eine Meinungsumfrage, die das Forschungsinstitut TNS Healthcare unter 483 repräsentativ ausgewählten deutschen Hausärzten, Internisten, Onkologen, Anästhesisten und Palliativmedizinern in Krankenhäusern im Auftrag des Nachrichtenmagazins “Spiegel“ durchführte. Der TNS-Umfrage zufolge könnte sich in Deutschland fast jeder sechste Arzt (16 %) die aktive Sterbehilfe bei unheilbar erkrankten und schwer leidenden Patienten durchaus vorstellen, während deutlich mehr als ein Drittel (40 %) ihren Patienten zumindest beim Suizid helfen würde. 3,3 % der deutschen Ärzte gab bei der Umfrage zu, schon mindestens einmal an einer Sterbehilfe beteiligt gewesen zu sein, was alleine in den befragten Fachrichtungen auf das gesamte Bundesgebiet hochgerechnet 3.000 Ärzte betreffen würde, die gegen geltendes Recht verstoßen hätten. Von den Ergebnissen der TNS-Umfrage zeigten sich in erster Linie die Deutsche Hospitz-Stiftung und deren Vorstand Eugen Brysch alarmiert. Die Hospitz-Stiftung begleitet todgeweihte Patienten während der letzten Monate ihres Leidenswegs und übernimmt damit eine emotional sehr schwierige, aber umso wichtigere Aufgabe. Brysch forderte nun, ein ethisches Fortbildungsprogramm für alle deutschen Ärzte zur Pflicht zu machen und den Bereich der Sterbebegleitung deutlich auszubauen.



