Der Meinung wurde am Dienstag, den 27. Oktober 2009 um 19:10 Uhr veröffentlicht und wurde unter Gesundheit abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Die heilende Wirkung von Placebos bei Krankheiten oder Beschwerden ist zwar noch etwas umstritten, wird von der medizinischen Forschung inzwischen aber weitgehend anerkannt. Durch regelmäßige Forschungen und Studien auf diesem speziellen Themengebiet werden die Erkenntnisse über die Wirkungsweise von Placebos immer besser bekannt, so dass die “Schein-Medikamente“ in der Praxis eine zunehmende Verbreitung und Akzeptanz finden. Bei Placebos handelt es sich um Medikamente, meist Tabletten, die keinerlei Wirkstoffe enthalten, in einigen Fällen aber trotzdem zu wundersamen Heilungen führen. Mediziner machen den psychologischen Effekt dafür verantwortlich, weil die Patienten nicht wissen, dass es sich bei den verabreichten Medikamenten um Placebos handelt.
Die US-Fachzeitschrift “General Hospital Psychiatry“ berichtete zuletzt von einer Studie, bei der die Wirkung von einem Medikament getestet wurde. Der gängigen Vorgehensweise entsprechend erhielt die Hälfte der Probanten Medikamente mit Wirkstoff, während die andere Hälfte mit Placebos versorgt wurde. Einer der Probanten wurde jedoch von seiner Freundin verlassen, weshalb dieser sich mit einer Überdosis der Antidepressiva das Leben nehmen wollte und 29 Tabletten schluckte.
Der Zustand des lebensmüden Probanden verschlechterte sich rapide und konnte trotz umgehender Versorgung in einem Krankenhaus nicht stabilisiert werden. Wie sich bei weiteren Untersuchungen herausstellte, gehörte der junge Mann jedoch zu der Gruppe, die lediglich Placebos erhalten hatte. Die Medizin-Forschung spricht hierbei vom Nocebo-Effekt, der genau wie die Placebos wirkt – allerdings im negativen Sinne. Als der Patient von den Placebos erfuhr, besserte sich sein Zustand umgehend, da der psychologische Effekt nicht mehr vorhanden war.


