Der Meinung wurde am Montag, den 08. Juni 2009 um 09:42 Uhr veröffentlicht und wurde unter Gesundheit abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Als Monophobie wird eigentlich die Angst vor der Einsamkeit bezeichnet. Wörtlich übersetzt lautet der Begriff “Angst vor dem Alleinsein”. Es handelt sich um eine spezielle Angststörung, die nur bei wenigen Menschen so intensiv auftritt, dass eine Behandlung erforderlich wird.
Vielen daran leidenden Personen gelingt es leicht, ihre Erkrankung zu verbergen, zumal die Suche nach Gemeinschaft die gesellschaftliche Regel darstellt.
In der Partnerschaft drückt sich die Monophobie häufig in einem starken Klammern aus.
Monophobie bei Kluun
Der unter dem Künstlernamen Kluun veröffentlichende niederländische Schriftsteller Raymund van de Klundert gab dem Begriff der Monophobie in seinem Roman “Komt een vrouw bij de dokter” eine neue Bedeutung. Dieses Buch erschien im Jahr 2006 auch in einer deutschen Übersetzung mit dem Titel “Mitten ins Gesicht”.
Als Monophobie bezeichnet der Autor in diesem Roman seine Unfähigkeit, mit nur einer einzigen Frau während des gleichen Lebensabschnittes Sex zu haben. Die Krankheit ist derart stark, dass er jede sich bietende Gelegenheit zum Fremdgehen nutzt, obgleich er immer wieder die tiefe Liebe zu seiner an Brustkrebs erkrankten Frau beteuert. Als er sich in eine seiner Affären ernsthaft verliebt, betrügt er nach wenigen Wochen sowohl seine Frau als auch seine Freundin mit weiteren Gespielinnen. Seiner Umgebung vermag er seine Sexsucht als Monophobie zu verkaufen, wobei er selber felsenfest von der Richtigkeit seiner Selbstdiagnose überzeugt ist.
Natürlich kann das Verhalten der männlichen Hauptperson im erwähnten Roman nicht wirklich als Monophobie bezeichnet werden. Eventuell ließe sich die Diagnose “Monogamie Phobie” rechtfertigen, wenn diese nicht immer nur von ertappten Fremdgängern als Ausrede für ihre Eskapaden vorgebracht wurde. Seriöse Mediziner verwenden die Vokabel nicht, sondern reden von Sexsucht.
Möglicherweise fehlt dem Helden der Geschichte aber auch nur die ausreichende Willenskraft für die eheliche Treue.


