Die Bundesagentur für Arbeit trat am Wochenende mit einem Plan an die Öffentlichkeit, der die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen in Altenheimen vorsieht. Dort sollen dann vor allem schwer vermittelbare Arbeitslose zur Pflege von Demenzkranken eingesetzt werden, um dem bundesweiten Mangel an Pflegepersonal entgegenzuwirken. In der Nürnberger Zentrale der Arbeitsagentur stellt man sich die Definition der Aufgabenbereiche so vor, dass Langzeitarbeitslose und Hartz IV-Empfänger Einkäufe erledigen oder bei der Aktivierung Demenzkranker behilflich sein könnten. Während die Idee in weiten Teilen der Politik auf Zustimmung stoßt, gab es auch kritische bis empörte Meinungen über die Pläne des Arbeitsagentur. Vor allem aus den Reihen der Union gab es wohlwollende Äußerungen, z.B. in Person von Fraktionschef Volker Kauder und NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann. Beide Politiker betonten allerdings, dass eine entsprechende Qualifizieren, sowohl menschlich als auch fachlich, unbedingte Voraussetzung für den Einsatz von Langzeitarbeitslosen im Rahmen der Demenzpflege sei. Der Verband der Gesetzlichen Krankenversicherung arbeitet derzeit einen Katalog aus, der Richtlinien zur Aus- bzw. Weiterbildung der Kandidaten enthalten soll. So ist in diesem Zusammenhang eine Ausbildung vorgesehen, die 100 Theorie-, 60 Praxisstunden sowie mehrere Praktika umfassen soll. Die Arbeitsagentur in Nürnberg sieht bei der Demenzpflege ein Potenzial von rund 10.000 Stellen, die neu geschaffen werden könnten. Eine Richtlinie im Pflegegesetz erlaubt Altenheimen die Einstellung einer weiteren Pflegekraft bei mindestens 25 Demenzpatienten in ihrem Haus. Die Bezahlung des Pflegepersonals erfolgt über die Beiträge zur Pflegeversicherung. Die Deutsche Altenhilfe reagierte dagegen mit Empörung und Unverständnis über die Pläne der Arbeitsagentur. Es sei eine Unverschämtheit und Zeichen mangelnden Respekts, Demenz mit Basteln oder Vorlesen gleichzusetzen, meint z.B. Helmut Wallrafen-Dreisow. Unterstützung erhielt Wallrafen-Dreisow von der Pflege-Expertin Elisabeth Scharfenberg. Scharfenberg, die für die Grünen im Bundestag sitzt, vertritt die Ansicht, dass Pflegeberufe eine Herzensangelegenheit seien, die ein hohes Maß an Idealismus voraussetzten und daher nicht dazu geeignet seien, mehr oder weniger zwangsweise besetzt zu werden.