Der Meinung wurde am Dienstag, den 23. März 2010 um 15:35 Uhr veröffentlicht und wurde unter Gesundheit abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Das deutsche Bäckerhandwerk genießt weltweit einen hervorragenden Ruf, der zu einem nicht unwesentlichen Teil auf weit über 200 Brotsorten gründet. Um genau diesen Ruf fürchtet nun Deutschlands oberster Bäckermeister Peter Becker, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. Die EU-Kommission sieht sich angesichts eines vermeintlich zu hohen Salzanteils im deutschen Brot, der bei rund 2 % liegt, auf den Plan gerufen und bezeichnete das Gebäck in einer aktuellen Veröffentlichung als “ungesund“.
Geht es nach den Plänen der EU-Kommission, die in der Vergangenheit mit diversen Verordnungen in fast allen Bereichen schon für Kopfschütteln gesorgt hat, darf ein Brot maximal 1,3 % Salz enthalten. Bei jeder Überschreitung dieses Wertes soll es dem jeweiligen Hersteller verboten sein, das Brot als “gesund“ anzupreisen. Dazu muss man allerdings wissen, dass das deutsche Brot in Bezug auf seine Qualität weltweit führend ist – trotz oder gerade wegen des “hohen“ Salzgehalts. In südlichen Ländern wie Spanien, Frankreich oder Griechenland, die ebenfalls zur EU gehören, wird bei der Herstellung von Speisen und Gebäcken hingegen traditionell nur sehr sparsam mit Salz gearbeitet.
Dieses Beispiel macht deutlich, dass sich EU-Verordnungen eben nicht immer und schon gar nicht in jedem Bereich europaweit einheitlich regeln lassen, auch wenn die Bürokraten in Brüssel dies gerne möchten. Immerhin ruderte die EU nach heftigem Widerstand der deutschen Bäcker inzwischen etwas zurück und beteuerte, dass die Regelung nur für großindustriell gefertigte Produkte gelten soll – nicht jedoch für den handwerklich arbeitenden Bäcker auf dem Dorf.



