In Deutschlands Gärten lauert eine neue Gefahr, die Ambrosia artemisiifolia. So lautet zumindest der vollständige Name dieser Pflanze, die ein hohes Allergiepotenzial in sich trägt und daher so gefährlich ist. Die Ambrosia ist ursprünglich in Nordamerika zu Hause, fand in den letzten Jahren aber den Weg über den Atlantik und tritt nun auch in unseren Breitengraden immer häufiger auf. Bei dem Wiesenkraut aus Übersee handelt es sich zwar unbestritten um eine optisch sehr ansehnliche Pflanze, was allerdings nichts daran ändert, dass keine andere in Deutschland vorkommende Pflanze auch nur annähernd so häufig allergische Reaktionen auslöst, wie die Ambrosia. Die Ambrosia ist nahe mit dem in Deutschland heimischen Beifuß verwandt und kommt daher bestens mit den hier herrschenden Lebensbedingungen zurecht. In Europa kam es zunächst in Frankreich, Ungarn und im Norden Italien zum verstärkten Auftreten der Ambrosia. Vor allem in Italien ist die Ausbreitung der Ambrosia mit schwerwiegenden Folgen verbunden. Die Zahl der Allergiker stieg drastisch an und kletterte seither um 60 %. Nun breitet sich die Ambrosia auch in Deutschland mit zunehmender Geschwindigkeit aus, vor allem der Süden des Landes sei besonders davon betroffen, wie Stefan Nawrath vom Botanischen Institut an der Uni Frankfurt erläutert. Der Botanikexperte führt weiter aus, dass die Ambrosia mehrere Millionen Pollen in die unmittelbare Umgebung absondert, wobei schon zwölf Pollenkeime beim Menschen Allergien auslösen können. Andere Experten wie z.B. Tanja Gönner, Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg, pflichten Nawrath bei und rufen alle Gartenbesitzer zu größter Aufmerksamkeit auf. Leider käme es immer wieder vor, dass die Ambrosia aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes nicht bekämpft wird und die Ausbreitung somit zusätzlich begünstigt wird. Bei Exemplaren, die noch nicht in der Blüte stehen, ist die Entfernung problem- und gefahrlos möglich. Sobald sich die Knospen allerdings geöffnet haben, sollte man nur noch mit Schutzhandschuhen und Mundschutz zu Werke gehen. Die Ambrosia muss vollständig, also inklusive Stiel und Wurzeln entfernt werden und darf keinesfalls auf dem Kompost landen. Stattdessen raten Experten dazu, die Pflanze im Hausmüll zu entsorgen oder, noch besser, diese zu verbrennen. Eine Ambrosia-Pflanze kann bis zu 60.000 weitere Exemplare produzieren, weshalb es besonders wichtig ist, das Übel im wahrsten Sinne des Wortes an der Wurzel zu packen. Nur so sieht Nawrath eine minimale Chance, der grünen Plage doch noch Herr zu werden.


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