Der Meinung wurde am Montag, den 25. Mai 2009 um 19:24 Uhr veröffentlicht und wurde unter DSL abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Die als Internet TV oder IP-TV bekannten Fernsehformate, die von der Deutschen Telekom angeboten werden, sind aller Voraussicht nach nicht sehr zukunftsfähig. Davon gehen zumindest zwei unabhängig voneinander durchgeführte Studien von Goldmedia und Accenture aus. Goldmedia kam nach markt- und branchenspezifischen Berechnungen zu seiner schlechten Prognose für das Internet TV, während Accenture seine Ergebnisse aus einer Umfrage unter mehr als 1.000 DSL-Kunden bezog. Beide Beratungsunternehmen sehen die Gründe in den zu hohen Kosten, die zu wenigen Einnahmen entgegenstehen.
In Deutschland wird Internet TV bisher vor allem von der Deutschen Telekom, Hansenet und Vodafone-Arcor angeboten. Die Deutsche Telekom mit über 10 Millionen DSL-Kunden besitzt nach Einschätzung von Goldmedia noch am ehesten realistische Chancen, mit seinem Angebot im Bereich Internet TV mittel- bis langfristig in die schwarzen Zahlen zu kommen. Dafür seien jedoch mindestens 1 Millionen Kunden notwendig, die bereit sind, für Internet TV zuzuzahlen, so die Studie. Bei Vodafone-Arcor mit 3,2 Millionen DSL-Kunden bzw. Hansenet mit 2,3 Millionen DSL-Kunden erscheint diese Grenze gänzlich unrealistisch.
Accenture wollte im Rahmen einer Umfrage wissen, ob die DSL-Kunden in Deutschland bereit sind, für Internet TV einen Mehrpreis zu bezahlen. Demnach ist dies bei knapp der Hälfte aller Befragten nicht der Fall, bei der nicht ganz unwichtigen Zielgruppe der 18 – 24 Jahre alten DSL-Kunden will nur jeder Vierte eine höhere Gebühr für zusätzliches Internet TV bezahlen. Aufgrund des sehr breiten Angebots im Free-TV sei es für das Internet TV sehr schwierig, dem Kunden einen echten Mehrwert zu bieten, so die Schlussfolgerung von Accenture.


