Hauptschule

20.07.2008 Autor: meinung.info 

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Die Hauptschule ist das eindeutige Problemkind innerhalb des deutschen Schulsystems. Teilweise als “Restschule” bezeichnet oder wohl auch diffamiert, bildet die Hauptschule ungelöste gesellschaftliche Probleme ab, die nicht nur den pädagogischen Bereich betreffen, sondern grundsätzlich das tragende Menschenbild tangieren. Um aus dem theoretischen Feld in die Praxis überzuwechseln: Die Hauptschule steht, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion der Schüler vor der Aufgabe, ein Maximum an Allgemeinwissen und Kenntnissen zu vermitteln, ohne dabei einerseits die Schüler zu selektieren und andererseits das Niveau unter ein akzeptables Maß zu senken.
In einigen Bundesländern ist die Hauptschule schon abgeschafft worden. Dort, wo dies noch nicht der Fall ist, steht ihre Abschaffung auf der Wunschliste von Parteien, die man nach üblicher Schablonisierung dem “linken Spektrum” zuordnet.
Im Gegenzug veröffentlichte die Landesregierung Nordrhein-Westfalens im Juli 2008 eine Umfrage, die eine hohe Akzeptanz der Hauptschule innerhalb der Bevölkerung belegte. Weit mehr als die Hälfte der Befragten sprach sich für eine Beibehaltung dieser Schulform aus, wobei ehemalige Hauptschüler in großer Mehrheit zu den Befürwortern gehören.
Aktuell kann man also beim Thema “Hauptschule” zwei grundsätzliche und sich widersprechende Tendenzen innerhalb der föderalen Schulpolitik konstatieren: Abschaffung der Hauptschule auf der einen, Aufwertung dieser Schulform auf der anderen Seite.
Man wird die Grenzen der gebotenen Objektivität nicht verletzen, wenn man feststellt, dass die Hauptschule in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark vernachlässigt wurde. Insofern ist der Versuch der konservativen Schulpolitik, die Hauptschule finanziell und personell besser auszustatten, sie aufzuwerten und als attraktive Schulform zu präsentieren, überfällig.
Die Hauptschule kann von allen Schülern besucht werden, die die 4. Klasse der Grundschule erfolgreich bestanden haben. Die Hauptschule umfasst die Sekundarstufe I, führt also bis zur 10. Klasse.
Nach einer Erprobungsstufe in den Klassen 5 und 6 wird über den Verbleib oder den Wechsel der Schulform entschieden. In der Praxis bedeutet Wechsel in der Mehrzahl der Fälle den Besuch einer Förderschule.
Der Unterricht umfasst die sprachlichen Fächer Deutsch und Englisch, Mathematik, Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften, Arbeitslehre, musische Fächer, Religion und Sport.
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Klasse 9 ist der Hauptschulabschluss erreicht, es wird hier von “kleinem Hauptschulabschluss” gesprochen.
Nach der Klasse 10 kann der Hauptschulabschluss (Typ A) erworben werden. Bei entsprechender Fächerkombination - Deutsch, Englisch, Mathematik - wird mit Typ B die Fachoberschulreife erworben, in der Regel entspricht dies dem Realschulabschluss. Bei entsprechend befriedigenden Noten bedeutet Typ B auch den allgemeinen Zugang zur gymnasialen Oberstufe.


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