Dieser Artikel wurde am Sonntag, Juli 20th, 2008 um 13:35 in der Kategorie Schulbildung und Schularten veröffentlicht. RSS 2.0 abonnieren.
Das Gymnasium wurde früher auch als “Oberschule” bezeichnet, eine Benennung, die in politisch korrekten Zeiten wenig akzeptabel erscheint. Werden doch dadurch die beiden anderen Schulformen, also Haupt- und Realschule, als tieferstehend dargestellt.
Das Gymnasium umfasst die Sekundarstufen I und II. Die Schüler treten mit der 5. Klasse in das Gymnasium ein und verlassen es, im Regelfall, nach erfolgreichem Abschluss der 13. Klasse mit dem “Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife”, das ihnen in der Theorie freien Zugang zu sämtlichen Studienfächern an deutschen Universitäten gibt.
Die gymnasiale Schulzeit wird in den nächsten Jahren allgemein von 13 auf 12 Jahre verkürzt. Die mit dem griffigen Schlagwort “Turbo-Abitur” bezeichnete Verkürzung ist eine Reaktion auf den im internationalen Vergleich späten Studienbeginn deutscher Studenten. Die Kehrseite der Medaille dieser Orientierung an einem vermeintlichen oder tatsächlichen internationalen Durchschnitt bekamen die Schüler allerdings schnell zu spüren. Da zwar die Lehrzeit verkürzt wurde, der Lehrstoff jedoch derselbe blieb, wurden schnell Klagen über erhöhten Lernstress laut. Damit zeigte sich für die nahe Zukunft die Notwendigkeit, den Lehrplan zu überarbeiten. Statt der Vermittlung von geballter Detailkenntnis soll zukünftig mehr Wert auf strukturelles Wissen und einen allgemeinen Überblick gelegt werden.
Die Klassenstufen 5 und 6 sind innerhalb der Sekundarstufe I meist als Erprobungsstufe konzipiert. Die Versetzung folgt automatisch, am Ende wird mit der Versetzung in die Klasse 7 darüber entschieden, ob das Gymnasium für den jeweiligen Schüler als geeignete Schulform erscheint oder ob ein Wechsel angezeigt ist.
Der Unterricht umfasst den sprachlichen Bereich mit Deutsch, Englisch und einer weiteren Fremdsprache, die Gesellschaftslehre mit Geschichte, Politik und Erdkunde, die Mathematik, die Naturwissenschaften mit Biologie, Physik und Chemie, die musischen Fächer mit Musik und Kunst, dazu Religionslehre und Sport.
Unterteilt werden diese Fächer in den Pflichtbereich und den Wahlpflichtunterricht. Letzterer erlaubt dem Schüler individuelle Schwerpunktsetzung, etwa durch die Wahl einer dritten Fremdsprache oder die Konzentration auf den naturwissenschaftlichen Bereich. Die frühere Unterscheidung in humanistische und naturwissenschaftlich-mathematische Gymnasien spiegelt sich hier wider.
Zusätzlich werden Ergänzungsstunden angeboten, die einerseits der Förderung dienen, andererseits das Fächerangebot erweitern.
Das Gymnasium gibt die Möglichkeit, sämtliche Abschlüsse der Sekundarstufe I zu erwerben. Die Versetzung in die Klasse 10 ist mit dem “kleinen Hauptschulabschluss” identisch, nach bestandener Klasse 10 ist die Fachoberschulreife erreicht, die Versetzung in die Klasse 13 bedeutet in der Regel den Erwerb der Fachhochschulreife.
Die Fachgymnasien setzen besondere Schwerpunkte, beispielsweise das Wirtschaftsgymnasium, führen jedoch zum allgemeinen Zeugnis der Hochschulreife.
















