Der Meinung wurde am Freitag, den 26. September 2008 um 11:01 Uhr veröffentlicht und wurde unter Schulbildung und Schularten abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) macht sich laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus Sorgen um die Zukunft der deutschen Schulleiter. Angesichts der auf deutsche Schulen in den nächsten Jahren zukommenden Pensionierungen von Lehrern und Schulleitern könne es schon in wenigen Jahren zu deutlichen Engpässen bei der Besetzung der Schulleiterposition an einigen Schulen kommen, wie der VBE-Vorsitzende Ludwig Eckinger befürchtet. Eckinger sagte, dass es immer schwerer werde, freiwerdende Schulleiterstellen adäquat zu besetzen und machte dafür die mangelnde Attraktivität dieser Position verantwortlich. Als dramatisches Beispiel führte der VBE-Vorsitzende das Bundesland Nordrhein-Westfalen an, wo bis zum Jahr 2017 zwei von drei Schulleitern an Grundschulen und über die Hälfte aller Rektoren an weiterführenden Schulen pensioniert werden. Um dem drohenden Dilemma zu entgehen, regte Eckinger die Einführung des Spezialberufs “Schuldirektor“ an, in dessen Rahmen die Aufgaben eines Schulleiters genau definiert werden sollen. Derzeit sei es vielmehr so, dass Schulleiter neben den verwaltungstechnischen Aufgaben auch noch mit immer mehr Unterrichtsstunden belegt würden, die zu einer nachvollziehbaren Überforderung und zu einem Attraktivitätsverlust der Schulleiterposition beitragen, so der VBE-Vorsitzende. Akuter Handlungsbedarf gebietet nach Meinung des Bildungsexperten nicht zuletzt eine aktuelle OECD-Studie wonach der Lernerfolg der Schüler nachweislich mit der Güte der Schulleitung zusammenhängt. Um den erwünschten, hohen Qualitätsstandard im Bereich der Schulleitung gewährleisten zu können, sei es unabdingbar, in der Lehrerschaft geeignete Nachwuchskräfte ausfindig zu machen und diese in Schulungen auf ihre späteren Aufgaben als Schulleiter vorzubereiten, so Eckinger.



