Berufsbildungseinrichtung

19.07.2008 Autor: meinung.info 

Tags:

Das Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland kennt eine ganze Reihe von Schulformen, die den Schüler auf das Berufsleben vorbereiten sollen. Die Kultushoheit der Bundesländer hat hier zu unterschiedlichen Schwerpunkten und Ausformungen geführt, während die Grundstrukturen deutschlandweit gleich sind.
In einigen Bundesländern, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, dient die Bezeichnung Berufskolleg zur Zusammenfassung aller beruflichen Schulen. Diese Berufskollegs gehören wie die Oberstufen eines Gymnasiums oder einer Gesamtschule zur Sekundarstufe II.
Die Schüler können vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur alle allgemeinbildenden Abschlüsse erreichen, auf beruflicher Ebene reichen die Möglichkeiten von einer Grundqualifikation über Berufsabschlüsse bis zur beruflichen Weiterbildung.
Die Berufsschule dürfte das bekannteste Beispiel einer Berufsbildungseinrichtung sein, wobei es sich hier um einen Sammelbegriff handelt. In der Regel ist die Berufsschule Teil des dualen Ausbildungssystems, das heißt, der Schüler hat einen Ausbildungsplatz und bekommt in seinem Ausbildungsbetrieb das praktische Rüstzeug für die Berufsausübung vermittelt, während sich die Berufsschule auf die beruflichen theoretischen Grundlagen, aber auch auf die Vermittlung von Allgemeinwissen konzentriert.
Im Zuge des Berufsgrundschuljahres können Schüler ohne Ausbildungsplatz eine Grundqualifikation für ein bestimmtes Berufsfeld erwerben. Es dient einerseits dazu, den Berufswunsch an den Anforderungen des Berufslebens zu messen, andererseits qualifiziert es den Schüler für eine nachfolgende Ausbildung in eben diesem Beruf.
Das Berufsorientierungsjahr wurde früher als Vorklasse des Berufsgrundschuljahres bezeichnet, es wendet sich an Schüler, die keinen Hauptschulabschluss haben. In einigen Bundesländern wird für diese Phase die Bezeichnung Berufsvorbereitungsjahr verwendet.
Teilweise wenden sich spezielle Bildungsgänge an Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis oder an jene Schüler, die noch keinen Schulabschluss erworben haben.
Die Berufsfachschule gliedert sich allgemein in zwei Bereiche. In jedem Fall werden neben allgemeinbildenden Fächern berufliche Grundkenntnisse gelehrt, eventuell ist ein Berufsabschluss möglich. Daneben kann die Fachoberschulreife, teilweise die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe, erworben werden.
Die Fachoberschulreife gibt dem Schüler Zugang zu einer “Höheren Berufsfachschule”, die er mit der Fachhochschulreife abschließen kann.
Fachoberschulen bieten Bildungsgänge von ein oder zwei Jahren Dauer an, sie vermitteln erweiterte berufliche Kenntnisse und führen bis zur Fachhochschulreife. Teilweise besteht die Möglichkeit, eine allgemeine Hochschulreife zu erreichen.
Die beruflichen Gymnasien führen zur allgemeinen Hochschulreife, ihr Lehrplan konzentriert sich auf Fächer, die für den Einstieg in eine Berufsausbildung oder ein Studium besonders relevant sind. Zu diesen Schulen zählen Wirtschaftsgymnasium oder technisches Gymnasium.
Fachschulen bauen in der Regel auf einer beruflichen Ausbildung auf. Die Bildungsgänge dauern mindestens zwei Jahre und dienen der beruflichen Weiterbildung. Dem Schüler wird der Erwerb der Fachhochschulreife ermöglicht.


Einen Kommentar schreiben