Der Meinung wurde am Dienstag, den 03. November 2009 um 16:45 Uhr veröffentlicht und wurde unter Bildung & Weiterbildung abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Die rund 10.000 eigenständigen Organisationen, die sich in Deutschland unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zusammengeschlossen haben, beschäftigen derzeit eigenen Angaben zufolge bis zu 15.000 Zivildienstleistende. Dem Paritätischen Wohlfahrtsverband sind unter anderem das Deutsche Jugendherbergswerk und die SOS-Kinderdörfer als bekannteste Einrichtungen angeschlossen. Werner Hesse vom Paritätischen Wohlfahrtsverband blickt der geplanten Verkürzung der Wehrdienstzeit von neun auf künftig nur noch sechs Monate mit Sorge entgegen, da viele Zivis dann nicht mehr so effektiv eingesetzt werden könnten wie bisher. Dies gelte vor allem für Rettungsdienste, da die dreimonatige Ausbildungszeit die Hälfte der Zivi-Zeit in Anspruch nehme, so Hesse.
Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit 75.000 Zivis, die sowohl im Rettungsdienst als auch im Pflegedienst oder anderen sozialen Bereichen eingesetzt werden. Während die Haltung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Bezug auf den Rettungsdienst auch vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und ähnlichen Einrichtungen unterstützt wird, wird für die Zivis allgemein aber auch bei einer verkürzten Dienstzeit noch Potenzial für eine sinnvolle Verwendung gesehen.
Karin Deckenbach, die Sprecherin der Arbeiterwohlfahrt (AWO), stellt klar, dass ihr Verband auch im Falle einer sechsmonatigen Zivildienstzeit keinesfalls auf Zivis verzichten wolle und könne. In Bereichen wie Pflege und Betreuung bedürftiger Mitmenschen könnten Zivis auch künftig relativ problemlos eingesetzt werden, so Deckenbach. Allerdings könne man in Deutschland aber auch darüber nachdenken, FSJler (Freiwilliges Soziales Jahr) künftig mit einer angemessenen Entschädigung zu vergüten, die jener der Zivis (rund 550 Euro) entspreche, regte die AWO-Sprecherin eine Stärkung der Freiwilligendienste an. Bisher gibt es im FSJ lediglich ein Taschengeld in Höhe von 180 Euro pro Monat.


