In der heutigen Ausgabe der “Berliner Umschau“ wird über eine neue Studie der OECD berichtet, wonach das deutsche Bildungssystem weit hinter denen anderer Industrienationen hinterherhinkt. Vor allem im Bereich der Hochschulen gibt es laut der OECD-Studie vergleichsweise erhebliche Defizite. Dem Zahlenwerk der OECD ist unter anderem zu entnehmen, dass sich in Deutschland nur gut ein Drittel aller Schulabgänger für ein Studium entscheidet, der Schnitt in allen OECD-Ländern liegt jedoch bei 57 %. Nicht viel besser sieht es dem Bildungsreport zufolge bei der Zahl der Absolventen aus. Während in Deutschland nur etwa 20 % eines Jahrgangs auf einen Hochschulabschluss bringen, liegt diese Quote im OECD-Schnitt bei 37 %. Den schwarzen Peter bekommt dabei vor allem die deutsche Bildungspolitik zugeschoben, und das aus zwei Gründen. Zum Einen investiert Deutschland lediglich 5,1 % des Bruttoinlandprodukts in die Bildung (Vergleichswert: 6,1%), zum Anderen wird in der Einführung der Studiengebühren von 500 Euro pro Semester in einigen Bundesländern ein Problem gesehen. Das letztgenannte Argument ist wohl nicht ganz von der Hand zu weisen, schließlich verzeichnen Bundesländer wie Berlin oder Brandenburg, die auf eine Studiengebühr verzichten, steigende Belegungszahlen an ihren Hochschulen. Vertreter aus der Wirtschaft kritisieren darüber hinaus, dass die Ausbildung an deutschen Hochschulen fernab der Realität stattfände. Man habe zwar grundsätzlich nichts gegen Studiengebühren, solange diese Gelder den Hochschulen zugute kämen, jedoch müsse in jedem Fall eine Abschluss gewährleistet werden, der den Absolventen den nahtlosen Übergang in die Geschäftspraxis der jeweiligen Branche ermögliche. Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbunds seien Investitionen von rund 30 Milliarden Euro pro Jahr nötig, um den Anschluss an die übrigen OECD-Staaten dauerhaft herstellen zu können.