Der Meinung wurde am Montag, den 13. Oktober 2008 um 16:17 Uhr veröffentlicht und wurde unter Bildung & Weiterbildung abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Schon einige Male wurde den guten, alten Gesellschaftsspielen im modernen Computer-Zeitalter der PC- und Konsolenspiele das nahende Ende prophezeit. Stattdessen ist es auch im Jahr 2008 nach wie vor so, dass sich Gesellschaftsspiele aller Art zumindest in unseren Breitengraden höchster Beliebtheit erfreuen. Johannes Ebermann, Mitarbeiter des Projekts “Familiy Games“ am Felsenweg Institut in Dresden, versuchte die Gründe für die Langlebigkeit der Gesellschaftsspiele am Rande der vorige Woche in Leipzig zu Ende gegangenen Fachmesse “modell-hobby-spiel“ zu beleuchten. Ebermann weiß von jährlich rund 400 Neuerscheinungen im Bereich Karten- und Brettspiele zu berichten, womit Deutschland weltweit den Spitzenplatz innehat. Daneben sei “made in Germany“ auch im Bereich der Gesellschaftsspiele ein international anerkanntes Qualitätssiegel. Darüber hinaus seien Gesellschaftsspiele gegenüber PC-Spielen wesentlich besser geeignet, das Gemeinschaftserlebnis zu fördern, so der Experte für Gesellschaftsspiele. Allgemein anerkannt sind zudem die positiven Lerneffekte beim Spielen von Karten-, Brett- und Würfelspielen, das häufig nebenher und zwanglos vonstatten geht, also ohne dass die Mitspieler etwas davon mitbekommen. In der Fachsprache wird dies als impliziertes Lernen bezeichnet. Die Lernanreize beziehen sich beim Gesellschaftsspiel vor allem auf das Entwickeln von Strategien, die Steigerung der Konzentrationsfähigkeit sowie das Erweitern der Vorstellungskraft. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich auch Gesellschaftsspiele nicht gänzlich den neuen Errungenschaften der Technik entziehen. Spielpläne mit Kontaktsensoren oder Mini-Computer, die in das Spiel integriert werden, sind schon lange keine Seltenheit mehr.


