Der Meinung wurde am Dienstag, den 04. Oktober 2011 um 19:49 Uhr veröffentlicht und wurde unter Meinungen abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Vier Jahre Haft und ein Berufungsverfahren später: Amanda Knox (24), mutmaßliche Mittäterin an dem Mord der zum Tatzeitpunkt 21-jährigen Britin Meredith Kercher, wurde durch das Berufungsgericht Perugia am Montag für unschuldig erklärt, und in Folge dessen mit sofortiger Wirkung freigesprochen und aus der Haft entlassen. Zuvor galt in erster Instanz die Beweislage als “einheitliches und vollständiges Bild”.
Doppelsieg in einem spektakulären Prozess
Amanda Knox wurde 2009 zu einer Haftstrafe von 26 Jahren verurteilt, zusammen mit ihrem Ex-Freund Raffaele Sollecito (25 Jahre Haft) und einem weiteren Täter, Rudy Guede (16 Jahre Haft nach einem Schnellverfahren). Tatvorwurf war die Ermordung ihrer damaligen WG-Mitbewohnerin Meredith Kercher, nachdem diese sich – so die Staatsanwaltschaft – nicht auf gemeinsame Sexspielchen mit den vermeintlichen Tätern einlassen wollte. Die Verurteilung der angeklagten Personen ist nicht zuletzt einem Teilgeständnis von Guede zu verdanken. Nun wurden sowohl Amanda Know wie auch ihr Ex-Freund Sollecito freigesprochen. Mangelhafte Spurensicherung sollen, entgegen der ersten Urteilsverkündung, der ausschlaggebende Faktor gewesen sein.
Erleichterung und Schock im Gerichtssaal
Die eigens aus Seattle (USA) angereisten Eltern der Angeklagten zeigten sich sichtlich erleichtert. Ebenso die Angeklagte. Auf regelrechtes Entsetzen stieß das Urteil hingegen bei den Hinterbliebenen des Opfers. Die regungslose und stumme Hinnahme des Urteils durch Familie Kercher bezeichnen Beobachter als regelrechten Schockzustand. Ihnen fehlt nach wie vor die Klarheit, gaben Sprecher zu verstehen. Die Tat sei bis dato noch nicht vollständig aufgeklärt.



