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Meinungen in der Kategorie: 'Schulbildung und Schularten'
Die gesellschaftliche Bildungsbasis
Bundeskanzlerin Merkel proklamierte vor kurzem die “Bildungsrepublik” Deutschland. Die Bildungspolitik ist spätestens seit der zum “PISA-Schock” stilisierten Veröffentlichung eines internationalen Vergleichs der Schülerkompetenz im Jahre 2001 in den Fokus des öffentlichen Interesses geraten.
Gerade die unter dem Kürzel PISA firmierende OECD-Untersuchung zeigt jedoch die deutliche Unterfütterung der Debatte mit Parteipolitik und ideologischen Grundsätzen, die die Interpretation bestimmt.
Bedingt durch das föderale System gibt es unterschiedliche Ausprägungen innerhalb des deutschen Schulsystems. Die deutsche Wieder- oder Neu-Vereinigung führte zu einer weiteren Differenzierung. Zudem kann man von einer regelrechten “Umbauphase” reden, beispielsweise mit Blick auf die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen oder der Verkürzung der Gymnasialzeit auf 12 Schuljahre.
Das Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland basiert auf der Schulpflicht. In der Regel findet die Einschulung nach dem sechsten Geburtstag statt, auf Antrag kann das Kind früher oder auch später eingeschult werden. Schulpflichtige Kinder müssen eine Schulzeit von zehn Jahren absolvieren - was in der Konsequenz dazu führen kann, dass bei Wiederholung einer Klasse die Schule ohne Abschluss verlassen wird. Um das zu vermeiden, soll das Recht auf einen Hauptschulabschluss eingeführt werden.
Das deutsche Schulsystem ist prinzipiell dreigliedrig. Nach der allgemein verbindlichen Grundschulzeit von vier Jahren folgt der Wechsel auf Hauptschule, Realschule oder Gymnasium. Daneben existiert die Gesamtschule, die alle drei Schularten umfasst. Die schon erwähnte Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen führt in der Tendenz zu einer Zweigliedrigkeit.
Die Klassenstufen 5 bis 10 aller Schulformen werden als Sekundarstufe 1, die Klassen 11 bis 12 bzw. 13 als Sekundarstufe 2 bezeichnet. Höchster in der Bundesrepublik Deutschland erreichbarer Abschluss ist das Abitur als “Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife”, daneben existiert das Fachabitur, das zum Studium an Fachhochschulen berechtigt.
Die Hauptschule führt bis zur 10. Klasse, in den neuen Bundesländern existiert die Hauptschule nicht. Der Hauptschulabschluss wird in den meisten Fällen mit erfolgreichem Absolvieren der 9. Klasse erreicht, daran schließt sich der Eintritt in die Berufsbildungsphase an. Einige Bundesländer bieten verschiedene Abschlussmöglichkeiten, die mit erfolgreicher Beendigung der 10. Klasse erreicht werden können, unter anderem ist der Besuch einer Fachoberschule möglich.
Die Realschule führt ebenfalls bis zur 10. Klasse, von dort aus kann der Schüler auf die Fachoberschule wechseln oder, bei entsprechender Qualifikation, die gymnasiale Oberstufe bis zum Abitur bzw. Fachabitur durchlaufen.
Das Gymnasium, die Oberschule, umfasst die Sekundarstufen 1 und 2 und führt zum Abitur. Durch Komprimierung des Lehrstoffes soll die Klasse 13 demnächst überflüssig gemacht werden.
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